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Grüß Gott

Warum Alchemie?


Wie wird heute mit Materie umgegangen, mit der Erde, mit den Pflanzen, aber auch mit Tier und Mensch? In der (immer noch) herrschenden Wissenschaft spielen Begriffe wie Geist und Seele keine Rolle. Dass Tiere eine Seele haben gilt ebenso gut als unbewiesen, wie dass Menschen einen Geist haben. Dass aber sogar Pflanzen und die mineralische Erde beseelte und empfindsame Wesen sein könnten, gilt als völlig abwegig.

Genau das ist aber ein wichtiges Anliegen in der Alchemie. Schon Hildegard von Bingen beschrieb vor 900 Jahren in ihren Visionen, wie die Elemetarwesen Klage bei Gott darüber führen, wie die Menschen mit ihnen umgehen, sie verunreinigen und vergiften. Und wie sieht es heute aus? Weit schlimmer. In der Alchemie gehen wir davon aus, dass alles Existierende, auf seine spezifische Weise, Körper, Seele und Geist hat. Dass auch die mineralische Welt eine besondere Art der Lebendigkeit besitzt und es ein weibliches und männliches Prinzip gibt, besonders in den Metallen, durch das Leben entsteht und weitergegeben wird. Auch befinden sich in allen Substanzen ätherische oder geistige Wesen, die eine wahrnehmungsfähige und empfindsame Seele haben.

Zwei Arten mit Materie umzugehen

Die heutige Art mit Materie umzugehen besteht im Wesentlichen immer noch darin, sie aus Gründen des Profits auszubeuten und zu vernichten. Die wahrscheinlich schlimmste, weil am wenigsten heilbare, Form, ist die Erzeugung radioaktiven Abfalls. Denn der hier entstandene Stoff kann in Ewigkeiten nicht wieder in den natürlichen Kreislauf der Stoffentstehung, Auflösung, Umwandlung und Neuentstehung hinein genommen werden. Die davon betroffenen Wesen innerhalb der Materie geraten in eine aussichtslose, furchtbare Situation. Channels aus der Welt der Elementarwesen berichten das. (siehe „Flensburger Hefte“ Die Warnung von Fukushima)

Einen ganz andern Weg, mit Stoffen und der Natur umzugehen, beschreitet die Alchemie und ihr Kind, die Spagyrik. „Folge dem Licht der Natur“, sagt Paracelsus. Es ist heute absolut notwendig, die Natur wieder ganz neu kennen und verstehen zu lernen, damit wir so mit ihr umgehen, dass es ihrem Wesen entspricht und aufhören, gegen sie zu kämpfen und sie zu vernichten. Hier verhält sich die Menschheit heute wie ein dummes, manchmal auch bösartiges, Kind, das seine eigene Mutter, von der es immer noch lebt, lieber umbringt, um kurzfristig das größte Stück vom Kuchen abzubekommen oder eigene Machtgelüste in Szene zu setzen. Eine neue soziale Wirtschaftsordnung muss heute dringend an dessen Stelle treten. Dabei müssen Mensch und Natur zu einer neuen Einheit finden.

So können nicht nur in der Medizin echte Heilmittel entstehen, wenn wir der Natur helfen, sich zu entwickeln, statt sie zu verderben. Auch der soziale Friede unter den Menschen muss letztendlich alle Wesen mit einbeziehen und ihnen die Liebe zukommen lassen, die sie brauchen.


(in English below)

Alchemie sucht das Leben zu verstehen. Die Materie wird als belebt und als Einheit mit dem Geist erlebt. Alchemisten fühlen sich in ihrem Denken nicht an das Dogma des chemischen Periodensystems der Elemente gebunden. Das bedeutet nicht, dies nicht als ein vernünftiges Ordnungssystem anzuerkennen. Jedoch liegt hier nicht die ganze Wahrheit über die Stoffe und ihre Natur. Alchemie geht philosophisch an die Erkenntnis der Natur heran. Sie benutzt dabei ganzheitliche Vorstellungen, die sie der Natur abschaut. Paracelsus betont, dass es notwendig ist, dem Licht der Natur zu folgen. Solche ganzheitlichen Vorstellungen sind z.B. die drei philosophischen Prinzipien, Sal, Sulphur und Merkur, die sich an der Vorstellung von Körper, Seele und Geist orientieren und dazu das materielle Äquivalent in den Stoffen und Substanzen suchen. Oder es geht um die Vorstellung der Polarität von Männlich und Weiblich in allen Naturbereichen, auch im Mineralreich. Dies ist die Grundlage jeglichen Lebens.

Die Vorstellung von Verwandlung und Transmutation erscheint als eine Grundtatsache und Voraussetung jeglichen Lebens und ist somit eigentlich nichts Besonderes. Kein lebendiger Prozess, sei es beim Wachsen oder bei Heilung vollzieht sich ohne Stoffumwandlung bzw. echte Transmutation.

Die Alchemie lehrt, dass jede natürliche Substanz etwas zeigt, das
es auch im großen Kosmos gibt. Das ganze Universum ist lebendig
wie ein lebendes Wesen. Wir und unsere Mutter Erde sind Teil davon.

Materie und Natur zu verstehen, dient daher nicht nur der
Erkenntnis unserer Erde, sondern auch der des Universums und
unserer selbst.

Physische Substanzen werden in der Alchemie verwandelt,
indem man z.B. von ihnen den himmlischen Teil, den Sulfur (das Yang)
und den irdischen Teil, das Sal (das Yin) extrahiert, um beide gereinigt
neu zu vereinigen in einem Merkur.

Hier unten ist eine Darstellung des im Kosmos stehenden Menschen, die
zeigt, in welchem Zusammenhang seine Körperteile mit denTierkreiszeichen
stehen. Solche Darstellungen gibt es viele aus dem Mittelalter, z.B. auch
von Hildegard von Bingen.


Paracelsus spricht von der Signaturenlehre, die uns die Pflanzen
und Steine erkennen hilft. Hier kommt z.B. neben der Deutung des
Ausshens von Pflanzen oder Organen altes astrologisches Wissen zur
Geltung. Paracelsus spricht aber nicht von Astrologie, sondern von
"Astronomie" als der Philosophie des Himmels.

Die Naturbetrachtungen eines Goethe wurden von Rudolf Steiner
wieder neu entdeckt. Diese heute auch Goetheanismus genannte
Betrachtungsweise gegenüber lebendigen Prozessen, führt zu einem
Verständnis für das Wesenhafte, das sich hinter den Formbildungen zeigt.
Goethe selbst studierte auch Alchemie.Theoretisch und praktisch.
Er kannte die Schriften des Paracelsus, sowie des berühmte
* Kunckel von Löwenstern *. Beide Alchemisten, die
Metallumwandlungen durchgeführt haben.

Zwei wichtige Alchemisten, Arbeiten in der Kirche, waren zum Beispiel
* Albertus Magnus * und, was nicht sehr bekannt, * Vinzent von Paul *,
der Gründer des Ordens der "Barmherzigen Brüder/Schwestern".

Die Phänomenologie von *Husserl* ist ein philosophischer Ansatz, der auch zu
zu einem ganzheitlichen Verständnis führen hilft.
Dies war eine wichtige Basis für das Leben der *Edith von Stein *.

In English

Alchemy seeks to understand life. Matter is experienced as alive and animated and in unity with the Spirit. Alchemists feel in their thinking not bound by the dogma of the chemical periodic table of elements. This does not mean not to recognize this as a rational system of order. However, this is not the whole truth about the substances and their nature. Alchemy tries to understand nature philosophicaly. Alchemy uses holistic ideas observed in nature. Paracelsus shows the need to follow the light of nature. Such holistic ideas are for example the three philosophical principles, Sal, Sulphur and Mercury, which are based on the idea of body, soul and spirit. Alchemists surch to find and to make equivalent substances from plants, stones, metals etc. Or is it about the idea of the polarity of male and female in all natural areas, including in the mineral kingdom. This is the basis of all life.

The idea of transformation and transmutation appears as a basic fact and condition of all life and is therefore nothing special. No living process, whether it takes place during growth or in healing is possible without transformation and true transmutation.

It teaches that every natural substance shows something that also exists
in the great cosmos. The Universe is alive like a living being, both we and
mother earth are part of it.

Real understanding of matter and nature means not only the knowledge
of our earth, but also of the universe.

And since all the forces and substances that exist in the outer cosmos, also
exist in humans, the study of alchemy is, above all, the knowledge of man
himself and his self-knowledge. In this anthroposophy is similar.

Physical substances are transformed by extracting the heavenly part
(called: Sulphur / Yang) and also the part that comes from the earth (called: Sal /
Yin), and combining them to a new one (called: Mercury).

Above is a representation of the standing cosmos person that shows how
his body parts relate with the zodiac signs.

Such depictions are many from the Middle Ages, for example,
by *Hildegard von Bingen*.

*Paracelsus *speaks of the doctrine of signatures, which helps us to
understand the plants and stones . Here, for example, the interpretation of the
appearance of plants or organs of the ancient astrological knowledge comes into play.
Paracelsus does not speak of astrology, he speaks of "Astronomy" as the
philosophy of heaven.

Nature Reflections of *Goethe* were rediscovered by *Rudolf Steiner*.
Today these, also called Goetheanism approach, relate to living processes.
It leads to an understanding of the essential character, which appears
behind the building of the forms. Goethe himself also studied Alchemy.
Theoretically and practically. He knew the writings of Paracelsus, as well as
that of the famous *Kunckel von Löwenstern* . Both alchemists who made
metal transmutations.

Two important alchemists, working in church, were for example *Albertus magnus*
and, what is not very known, *Vinzent de Paul*, founder of „Barmherzige Brüder“.

The phenomenology of *Husserl *is a philosophical approach that also helps
lead to a holistic understanding. This for example is also an important base
oft he Life from *Edith von Stein*.